Eine alternative Fotografietechnik

Bald ist es vorbei mit meinen überlagerten und über die letzten Jahre gesammelten Polaroid bzw. Sofortbildfilmen. Was mach ich nur wenn die alle weg sind? Das ist die Frage die mich schon seit einiger Zeit quält. Schließlich will ich meine ach so geliebte 4×5 Ebony Kamera weiter benutzen. Natürlich geht das mit den herkömmlichen Planfilmen. Sehr gut eignen sich hier für mich die schwarz-weiß Filme da ich in meiner neuen Dunkelkammer diese sehr gut entwicklen kann. Jedoch soll’s auch schon wieder etwas spezielleres sein als diese Filme. Was mir sehr gut gefällt ist die Fotografie auf Glasplatten mit dem Nassplatten Kollodium Verfahren.

Hierzu muss man wissen dass alle hierfür benötigten Chemikalien höchst gesundheits- und umweltschädlich sind. Darauf sollte man sich vorbereiten und Gefäße bereitstellen in welchen man diese aufsammeln und zum recyceln bringen kann.
Auch ein paar andere Vorbereitungen muss man treffen. Und zwar braucht man einen Glasplattenhalter für die Kamera sowie einen Tank für das Silbernitrat Bad.

Der Grobe Ablauf schaut dann wie folgt aus:
Man benetzt die Glasplatte mit dem zähflüssigen Kollodium und lässt sie dann für ca. 3 Minuten in der Silbernitratlösung baden um einen lichtempfindlichen Fotofilm zu bekommen. Sobald man die Platte aus dem Silbernitratbad holt und in den Plattenhalter legt muss unbedingt alles im Rotlicht passieren! Danach gilt es zügig das Bild aufzunehmen denn das muss passiert sein bevor die Platte getrocknet ist (deswegen der Name „Nassplattenverfahren“). Auch die Entwicklung der Platte muss bei nassem Zustand erfolgen. Die Entwicklung darf aber nur so lange andauern bis man die ersten Kontraste auf der Platte sieht und nicht wirklich länger sonst kann man wieder von vorne beginnen! Sieht man die ersten Kontraste, den Entwicklungsprozess mit fliesendem Wasser stoppen. Dies bitte jedoch mit Auffangschale! Und dann ab damit in den Recyclinghof! Danach legt man die Platte in die Fixierlösung und sieht den magischen Prozess vor seinen Augen. Hierfür kann man das Rotlicht ausmachen und das normale Licht anschalten.
Und trara! Schon hat man das erste Bild in der Hand.
Noch trocknen lassen und mit der Sandarack Lösung vor dem Verkratzen schützen.

Seit einiger Zeit versuche ich nun schon das ein oder andere akzeptable Foto mit dieser Technik hinzubekommen. Ja, es stand schon überall geschrieben dass diese Technik erstens sehr aufwendig ist und zweitens sehr viel Geduld benötigt. Aber dass das so lange dauert konnte ich mir wirklich nicht vorstellen. Die ein oder andere Glasplatte hab ich mittlerweile schon verbraucht und auch den ein oder anderen Tropfen Chemie hab ich mittlerweile schon so gefühlvoll wie nur möglich über die Platten laufen lassen. Die ersten paar Male waren wirklich sehr ernüchternd und ich hab schon mit dem Aufgeben geliebäugelt. Es ist einfach überhaupt nichts passiert. Wie ich nun weiß lag das daran dass ich die Bilder in der Wohnung gemacht habe. Diese Fenster filtern einfach zu viel UV Licht…
Hierauf brachte mich ein Meister dieser Technik, der Christian Heigner. Er erklärte mir so einige Sachen und zeigte mir auch wie ich mit diesen einzelnen Sachen umgehen musste.
Wie ich merkte lag es irgendwie auch an meiner damaligen Chemie. Bei seinem Silbernitrat wie auch bei seinem Entwickler sah das Ergebnis irgendwie anders aus als bei mir. Hmmm… Da musste was neues her. Oder soll ich vielleicht das Ganze doch lieber lassen?

Mich ließ die Faszination, ähnlich wie damals beim Beginn mit den Polaroids, einfach nicht mehr los und ich MUSSTE mir neue Chemikalien holen. Diese bestellte ich Ende letzten Jahres in Prag bei Mamut Photo.
Wieder ging das große Hoffen auf akzeptable Bilder los. Jedoch schon beim ersten Versuch bemerkte ich einen Unterschied des Bildergebnisses. Es wurde interessanter und die Bilder besser. Ich werde also weiter machen. Demnächst entsteht auch unter Projekte Projekte eine eigene Sparte für diese Art von Fotografie. Ich freu mich drauf und auch auf die kommenden neuen Herausforderungen.

Hier schonmal eine kleine Auswahl meiner bisherigen für mich zufriedenstellenden Bilder…

Kollodium 4×5

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